Chantal Akerman

  • Belgische Regisseurin, geboren 1950 in Brüssel, gestorben 2015 in Paris.

    "Um Filme zu machen, muss man aufstehen. In Ordnung, ich stehe auf!” Chantal Akerman, Lettre de cinéaste 

    Von 1968 bis 2015 hat die Regisseurin nie aufgehört, für ihr Werk aus 40 Filmen, Installationen und Büchern "aufzustehen".Geprägt vom experimentellen New York der 1970er Jahre, erfand sie ein zutiefst persönliches Kino, das Genres (die Burleske Saute ma ville, das Musical Golden Eighties, das Melodram von Proust Die Gefangene) durch Autofiktion und die sensible Erfahrung des Alltags, seiner Dauer und seiner einfachen Gesten modernisiert. Ihre Porträts von Frauen - sie selbst in Ich, du, er, sie; Delphine Seyrig in Jeanne Dielman; Aurore Clément in Annas Begegnungen - werfen ein neues Licht auf ihre Innenräume und erforschen die Sehnsüchte von Frauen und Lesben, indem sie das Fröhliche und das Düstere in gleichem Abstand betrachtet. Ob hinter verschlossenen Türen oder in Reise- und Dokumentarfilmen, ihre intimen Schilderungen erforschen unermüdlich die Geschichte. Wie zum Beispiel die ihrer Mutter, einer polnisch-jüdischen Holocaust-Überlebenden (Aus dem Osten, No Home Movie). Ein Jahr nach ihrem Verschwinden, folgt Chantal Akerman ihrer Mutter in den Tod. Ihr Werk hat Generationen von Feministinnen und Künstlern, von Michael Haneke bis Gus Van Sant, entscheidend beeinflusst. 
     

    • Kino: Saute ma ville (1968) - L'Enfant aimé ou Je joue à être une femme mariée (1971) - La Chambre (1972) - Hôtel Monterey (1972) - Hanging Out Yonkers (1973) - Le 15/8 (1973) - Ich, du, er, sie (1974) - Jeanne Dielman (1975) - Briefe von zu Hause (1977) - Annas Begegnungen (1978) - Eine ganze Nacht (1982) - Les Années 80 (1983) - J'ai faim, j'ai froid (1984) - New York, New York bis (1984) - Le Marteau (1986) - Die Trägheit (1986) - Rue Mallet-Stevens (1986) - Les Trois Dernières Sonates de Franz Schubert (1989) - Trois strophes sur le nom de Sacher (1989) - Histoires d'Amérique (1989) - Pour Febe Elisabeth Velasquez, El Salvador dans Contre l'oubli (1991) - Nuit et Jour - Die Nacht, der Tag (1991) - Aus dem Osten (1993) - Eine Couch in New York (1996) - Le Jour où (1997) - Süden (1999) - Die Gefangene (2000) - Jenseits von Sonora - Mexiko  (2002) - Morgen ziehen wir um (2004) - Là-bas (2006) - Women from Antwerp in November (2008) - La Folie Almayer (2012) - No Home Movie (2015)  
    • Fernsehen: Aujourd'hui, dis-moi (1980) - Eines Tages fragte mich Pina (1983) -  L'Homme à la valise  (1983) - Lettre d'un cinéaste : Chantal Akerman (1984) - Family Business: Chantal Akerman Speaks About Film (1984) - Letters Home (1986) - Le Déménagement dans Monologues (1992) - Porträt eines Mädchens am Ende der 60er Jahre in Brüssel (1994) - Chantal Akerman par Chantal Akerman (1997) - Avec Sonia Wieder-Atherton (2003) - À l'Est avec Sonia Wieder-Atherton (2009)

Die Filme meines Lebens

"Wenn das Kino ist, dann möchte ich Filme machen! "Chantal Akerman, über Elf Uhr nachts von Jean-Luc Godard.

Diese Liste ist das Ergebnis von Interviews mit der Filmemacherin* und von Beiträgen ihrer engen Freunde und Familie: ihre Schwester Sylviane Akerman, die Cutterin Claire Atherton, die Cellistin Sonia Wieder-Atherton und die Produzentin Marilyn Watelet.  

 

* Hauptquellen:
- « Une Cinémathèque imaginaire de Chantal Akerman », interview von 2000, geführt von Frédéric Strauss für La Cinémathèque française : https://www.cinematheque.fr/article/1152.html 

- « Chantal Akerman : The Pajama interview », interview von 2011, geführt von Nicole Brenez : http://www.lolajournal.com/2/pajama.html

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