Kelly Reichardt
Amerikanische Regisseurin, geboren 1964 in Miami (Florida).
Kelly Reichardt, die sich seit ihrer Kindheit mit Fotografie beschäftigt, studierte an der Boston Fine Arts. Ihr Debüt im Filmgeschäft gab sie durch die Mitarbeit an Filmen von Hal Hartley oder Todd Haynes. Ihr erster Spielfilm, River of Grass (1995), wurde von den Kritikern gefeiert. Nach mehreren mittellangen Filmen, die sich durch große Freiheit auszeichneten, fand sie mit Old Joy (2006) den Weg zum Spielfilm, der den Beginn ihrer internationalen Anerkennung markierte. In einem minimalistischen und oft kontemplativen Stil erkundet Kelly Reichardt in ihren Filmen das ländliche Amerika, sowohl seine Landschaft als auch seine Geschichte, und greift dabei auf Genres wie den Western (Meek's Cutoff, First Cow) oder den Thriller (Night Moves) zurück, um Menschen oder Aktivitäten zu zeigen, die selten auf der Leinwand zu sehen sind. Seit Old Joy arbeitet sie regelmäßig mit dem Drehbuchautor Jon Raymond zusammen und schneidet die meisten ihrer Filme selbst. Seit Certain Women (2016), der auf sanfte Weise die Bewegungen der Einsamkeit einfängt, gilt sie als eine der größten zeitgenössischen Filmemacherinnen. Als Showing Up 2022 in Cannes im Wettbewerb lief, erhielt Reichardt die die Carrosse d’Or bei der Quinzaine des cinéastes. Drei Jahre später kehrte sie mit The Mastermind nach Cannes zurück, einem Panorama der siebziger Jahre zwischen Vietnamkrieg und feministischen Kämpfen.
River of Grass (1994) - Old Joy (2006) - Wendy and Lucy (2008) - Meek's Cutoff (2010) - Night Moves (2013) -Certain Women (2016) - First Cow (2019) - Showing Up (2022) - The Mastermind (2025)